Der Über-mich-Text, den du nicht mehr verschiebst: Ein Schritt-für-Schritt-Leitfaden

Renée Huwe • 21. Juni 2026

Der Über-mich-Text, den du nicht mehr verschiebst: ein Schritt-für-Schritt-Leitfaden

Lesezeit: ca. 9 Minuten Teil 2 der Miniserie „Schreiben lernen"


Die Seite heißt „Über mich".
Sie existiert. Irgendwie. Entweder sie ist noch leer, oder da steht ein Satz, der vor Monaten als Platzhalter gedacht war – und seitdem nicht mehr angefasst wurde.


Du weißt, dass du ihn schreiben solltest. Du weißt, dass jemand, der auf deine Website kommt, genau dort nachschaut, ob er dir vertraut. Du weißt, dass eine leere Seite oder drei Zeilen Lebenslauffakten keine Wirkung haben.


Und trotzdem liegt der Text irgendwo auf deiner mentalen To-do-Liste – unter „mache ich, wenn ich weiß, was ich schreiben soll“.


Das ändert sich heute. Nicht, weil du plötzlich wissen wirst, was du schreiben sollst. Sondern weil du nach diesem Artikel weißt, wie du es herausfindest.


Warum die Über-mich-Seite so schwerfällt


Über sich selbst zu schreiben, fühlt sich seltsam an.
Zu viel wirkt angeberisch. Zu wenig wirkt unsicher. Zu persönlich wirkt aufdringlich. Zu sachlich wirkt kalt.


Und dann ist da noch das Gefühl: Wer bin ich eigentlich, dass ich hier über mich schreibe? Was habe ich vorzuweisen? Was macht mich besonders?


Diese Fragen lähmen. Weil sie die falsche Richtung haben.


Du denkst beim Schreiben an dich – was du bist, was du kannst, was du geleistet hast. Aber deine Leserin, die auf dieser Seite landet, denkt an sich selbst. An ihr Problem. An die Frage: Kann diese Person mir helfen? Kann ich ihr vertrauen?


Sobald du das verstehst, verändert sich der ganze Ansatz.


Wofür die Über-mich-Seite wirklich da ist


Die Über-mich-Seite ist keine Selbstdarstellung. Sie ist Vertrauensaufbau.


Deine Leserin kommt nicht auf diese Seite, weil sie neugierig auf deinen Lebenslauf ist. Sie kommt, weil sie wissen möchte: Versteht diese Person, was mich bewegt? Hat sie selbst erlebt, womit ich gerade kämpfe? Wäre es gut, mit ihr zu arbeiten?


Das bedeutet: Dein Über-mich-Text ist nicht über dich.

Er ist für sie.


Der Unterschied klingt klein – aber er verändert alles. Du schreibst nicht, um dich vorzustellen. Du schreibst, um eine Verbindung herzustellen. Zwischen dem, wer du bist – und dem, was sie braucht.


Und genau das macht diesen Text so wertvoll. Nirgendwo sonst auf deiner Website kannst du so direkt zeigen, dass du die richtige Person bist. Nicht durch Zertifikate. Nicht durch eine lange Erfahrungsliste. Sondern dadurch, dass jemand liest und denkt: Die versteht mich.


Was auf eine gute Über-mich-Seite gehört


Fünf Bausteine. Nicht mehr. Nicht weniger.


Du musst sie nicht alle gleich lang machen. Du musst sie nicht in dieser Reihenfolge verwenden. Aber wenn alle fünf da sind, entsteht ein Text, der trägt.


Baustein 1: Wer bin ich?
Ein Satz. Vielleicht zwei. Nicht dein gesamter Werdegang – nur das, was gerade relevant ist. Wie heißt du? Was machst du? Für wen?


Baustein 2: Wem helfe ich?
Beschreib deine Wunschkundin so konkret, dass sie sich erkennt. Nicht „Ich helfe Selbständigen" – sondern: Welche Selbständigen? In welcher Situation? Mit welchem Problem?


Baustein 3: Warum ich?
Was bringt dich dazu, genau das zu tun? Das kann eine eigene Erfahrung sein, ein Wendepunkt, ein Moment, der dir gezeigt hat, warum dieses Thema wichtig ist. Keine lange Geschichte – ein echter Moment.


Baustein 4: Was dich erwartet
Was bekommt jemand, der mit dir arbeitet oder deine Inhalte liest? Was ist deine Art, zu helfen? Wie arbeitest du? Was ist dir dabei wichtig?


Baustein 5: Nächster Schritt
Was soll jemand tun, der sich von diesem Text angesprochen fühlt? Newsletter abonnieren? Ein Angebot anschauen? Dir schreiben? Mach es konkret – und mach es leicht.


Schritt für Schritt: So schreibst du deinen Text


Nimm dir ein Dokument und beantworte die folgenden Fragen. Schreib einfach drauflos – nicht für die Veröffentlichung, sondern für dich. Erst wenn alle Antworten da sind, formst du daraus einen Text.


Zu Baustein 1:

  • Wie heißt du?
  • Was machst du (in einem einzigen, einfachen Satz)?
  • Für wen machst du es?


Zu Baustein 2:

  • Wer ist deine Wunschkundin ganz konkret?
  • Was beschäftigt sie gerade?
  • Was wünscht sie sich?
  • Woran würde sie erkennen, dass dein Text für sie ist?


Zu Baustein 3:

  • Gab es einen Moment, der dich zu diesem Thema geführt hat?
  • Was hast du selbst erlebt, das dir zeigt, warum das, was du tust, wichtig ist?
  • Warum bist du die Richtige für genau diese Arbeit?


Zu Baustein 4:

  • Wie hilfst du – mit welchen Mitteln, in welcher Form?
  • Was ist dir bei deiner Arbeit wichtig?
  • Was machst du anders als andere?


Zu Baustein 5:

  • Was soll jemand als Nächstes tun, wenn er sich angesprochen fühlt?
  • Wo kann er mehr von dir finden?
  • Wie kann er den ersten Schritt machen?


Wenn du diese Fragen beantwortet hast, hast du alle Zutaten. Was jetzt noch fehlt, ist das Zusammenführen – und darum geht es im nächsten Abschnitt.


Ein Beispieltext – und was ihn trägt


Hier ist eine kurze Musterversion. Sie ist nicht perfekt – aber sie zeigt, wie die fünf Bausteine zusammenkommen können.



Hallo, ich bin Jana.


Ich helfe introvertierten Selbständigen dabei, Texte zu schreiben, die wirklich ankommen – auch wenn die Zeit knapp ist und die Kamera keine Option.


Ich kenne das Gefühl, abends mit dem Laptop am Küchentisch zu sitzen, während das Kind endlich schläft – und gleichzeitig zu wissen, dass man eigentlich schreiben müsste, aber nicht weiß, wo man anfangen soll. Ich habe selbst jahrelang zwischen Care-Arbeit und dem Aufbau meines Business jongliert. Und ich habe dabei gelernt: Gute Texte brauchen keine große Bühne. Sie brauchen nur die richtigen Worte.


Hier findest du Anleitungen, Vorlagen und Impulse, die dir helfen, sichtbar zu werden – in deinem Tempo, mit deiner Stimme, ohne dich verbiegen zu müssen.


Wenn das nach dir klingt, freue ich mich, wenn du dich für meinen Newsletter einträgst. Einmal pro Woche. Kein Überfluss.


Was trägt diesen Text?
Der erste Satz nennt sofort, für wen das hier ist – und was die Person bekommt. Keine allgemeine Begrüßung, kein Umweg.

Der Mittelteil zeigt eine echte Situation. Nicht „Ich habe viel Erfahrung" – sondern: Ich kenne das, was du kennst. Das baut Vertrauen schneller auf als jedes Zertifikat.

Der letzte Absatz erklärt, was jemand hier findet – und macht den nächsten Schritt so leicht wie möglich.


Kein Lebenslauf. Keine Liste mit Qualifikationen. Kein Satz, der mit „Ich bin leidenschaftliche …" beginnt.
Nur das Wesentliche.


Die häufigsten Fehler – und wie du sie vermeidest

Zu lang Eine Über-mich-Seite muss nicht alles erklären. Sie muss Vertrauen schaffen – und eine Einladung aussprechen. Drei bis fünf Absätze reichen in den meisten Fällen. Wer mehr wissen will, schreibt dir.


Zu lebenslaufmäßig
„2018 habe ich mein Studium abgeschlossen. 2020 habe ich mich selbständig gemacht." Das ist kein Über-mich-Text – das ist ein Lebenslauf. Daten und Stationen interessieren deine Leserin weniger als der Mensch dahinter.


Kein Bezug zur Leserin
Wenn der gesamte Text aus „Ich"-Sätzen besteht, ohne dass die Leserin vorkommt, fühlt sie sich nicht angesprochen. Bau sie ein. Zeig, dass du weißt, wer sie ist.


Kein nächster Schritt
Was soll jemand tun, wenn er deinen Text gelesen hat? Wenn du das nicht sagst, tut er wahrscheinlich nichts. Ein klarer, einladender Hinweis am Ende genügt.


Er darf wachsen


Dein Über-mich-Text muss nicht perfekt sein, wenn er das erste Mal online geht.


Er darf wachsen. Er darf sich verändern, wenn du mehr weißt über deine Kundinnen, über dich, über das, was wirklich ankommt. Und wenn dein Business wächst und sich verändert.


Was er jetzt sein muss: da. Ehrlich. Und nah genug, dass jemand, der zu dir passt, sich erkennt.
Das reicht.


Im nächsten Teil dieser Serie geht es um den Moment, der über alles entscheidet – bevor deine Leserin überhaupt weiß, ob sie deinen Text mag: den ersten Satz.


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Dieser Beitrag entstand mit Recherche-Unterstützung von KI, wurde aber mit Herz und menschlichem Verstand geschrieben.