Die "Über mich"-Seite (Anleitung & Mindset)

Renée Huwe • 1. März 2026

Die "Über mich"-Seite: So schreibst du sie, ohne rot zu werden

Die „Über mich“-Seite ist oft die meistbesuchte Seite auf einer Website – und für Introvertierte der absolute Endgegner. Hand aufs Herz: Wie oft hast du den Text für deine „Über mich“-Seite schon angefangen und wieder gelöscht?


Oder steht da vielleicht noch der Platzhalter-Text von vor zwei Jahren?


Ich kenne das nur zu gut. Gerade für uns introvertierte Solopreneure oder Menschen, die nicht gerne im Mittelpunkt stehen, ist diese Seite eine Qual.


Gedankenkarussell an:

  • „Das klingt total arrogant.“
  • „Wen interessiert denn mein Lebenslauf?“
  • „Ich will nicht zu viel Privates preisgeben.“

Die Folge: Wir schreiben entweder gar nichts oder einen staubtrockenen Lebenslauf („2010 Abschluss, 2015 Fortbildung ...“). Gähn.


Heute verrate ich dir ein Geheimnis, das dir sofort die Last von den Schultern nimmt: Deine „Über mich“-Seite handelt eigentlich gar nicht von dir.


Der Perspektivwechsel: Vom Helden zum Reiseführer

Deine Kunden besuchen diese Seite nicht, um zu sehen, wie toll du bist. Sie sind dort, um herauszufinden, ob du sie verstehst. Sie suchen keine Heldengeschichte über dich. Sie suchen jemanden, der ihnen bei ihrer Heldengeschichte hilft.


Stell dir vor: Dein Kunde ist Luke Skywalker. Du bist nicht Luke. Du bist Yoda.

Sobald du das verinnerlichst, ist es keine Angeberei mehr, sondern ein Angebot zur Hilfe.


Die 4-Schritte-Formel für deine „Über mich“-Seite

Du brauchst keinen Roman. Diese Struktur reicht völlig aus:

1. Der „Du bist hier richtig“-Einstieg
Fang nicht mit
„Ich bin [Name] …“ an. Fang mit dem Problem deines Lesers an.
Beispiel:
„Du jonglierst mit Business, Familie und Pflege und hast keine Zeit für Texte? Dann bist du hier richtig.“
Der Leser fühlt sich sofort abgeholt.


2. Deine Verbindung zum Thema (Warum du?)
Jetzt kommst du ins Spiel. Aber nicht mit Zahlen, sondern mit Empathie. Warum machst du das, was du machst?

Beispiel:
„Ich weiß, wie schwer es ist, sichtbar zu sein, wenn man eigentlich lieber im Hintergrund arbeitet. Als introvertierte VA habe ich mich darauf spezialisiert …“
Hier zeigst du Verständnis und baust Vertrauen auf.


3. Die fachliche Kompetenz (Kurz & Knackig)
Hier dürfen deine Zertifikate oder Erfahrungen kurz glänzen. Aber nur die, die für den Kunden relevant sind.

Beispiel:
„Mit meiner Erfahrung aus 10 Jahren Textarbeit sorge ich dafür, dass...“
Das gibt Sicherheit.


4. Der Fun Fact (Menschlichkeit)
Hier wird es nahbar. Verrate eine Kleinigkeit, die nichts mit dem Business zu tun hat, aber sympathisch macht. Das ist der „Gesprächsaufhänger“.

Beispiel:
„Wenn ich nicht schreibe, rette ich wahrscheinlich gerade Lego-Steine vor dem Staubsauger oder trinke meinen dritten Earl Grey.“


Wichtig: Persönlich vs. Privat
Das ist die größte Angst vieler meiner Leserinnen. Merke dir den Unterschied:

  • Persönlich ist, dass du gerne Jazz hörst oder Chaostheorie magst. Das schafft Charakter.
  • Privat sind die Krankengeschichten deiner Kinder, deine Beziehungsprobleme oder deine Adresse. Das gehört nicht ins Netz (es sei denn, es ist Teil deines Coachings).
    Du entscheidest, wo die Grenze ist!


Fazit: Trau dich, du selbst zu sein

Deine „Über mich“-Seite ist der Ort, an dem die Chemie stimmen muss. Wenn du sie authentisch schreibst (und nicht versuchst, wie ein Konzern zu klingen), ziehst du genau die Kunden an, die zu dir passen. Und die anderen? Die dürfen gerne woanders hingehen.


Hausaufgabe:
Schau dir heute deine „Über mich“-Seite an. Streiche den ersten Satz, wenn er mit „Ich“ beginnt, und ersetze ihn durch eine Frage an deine Kunden.


Fällt es dir immer noch schwer, über dich zu schreiben? Manchmal hilft der Blick von außen. Melde dich gerne, wenn wir gemeinsam draufschauen sollen!